Die Bio-Kolanuss
Warum eigentlich Bio, ist konventionell nicht genauso akzeptabel?
Das Hauptargument der Verarbeiter ist die damit einhergehende garantierte Pestizidfreiheit. Wobei die Kolanuss oft erst nach der Ernte, beim waschen, lagern und importieren mit den betreffenden Pestiziden kontaminiert wird. Die eigentliche Qualität der Kolanuss in Anbau und Ernte ist hier von sekundärer Natur, solange nur alle bürokratischen Richtlinien erfüllt werden.
Unsere Erfahrung oder besser der direkte Vergleich von üblicher konventioneller und hochwertigerer Bio-Kolanuss ist der enorme Unterschied in der Qualität. Vergleichsmaterial aus unterschiedlichen Quellen zeigen, dass die Bio-Ware eher wie ein milder leicht fruchtiger Kakao schmeckt, konventionelle Ware hingegen hat meist einen erdigen und muffigen Geschmack. Der Unterschied zeigt sich dann auch im Zustand des Ursprungsmaterial. Ist der ureigentliche Geschmack und feine Geruch der Kolanuss gefragt, gerade wenn sie pur oder einen hohen Prozentsatz des Produktes ausmachen, sollte man auf Bio-Qualität nicht verzichten.
Bio-Kolanuss aus Ghana - Aktuell
Nach einigen Herausforderungen in der Vergangenheit haben wir unsere Lieferkette weiterentwickelt. Heute sind wir überzeugt, mit unserem aktuellen Partner die bestmögliche Quelle für unsere Bio-Kolanüsse gefunden zu haben.
Derzeit beziehen wir nahezu 100 % unserer Bio-Kolanüsse aus Ghana. Dort arbeiten wir im Rahmen eines Partnerprojekts eng mit Bauern vor Ort zusammen. Die Zusammenarbeit basiert auf Transparenz, langfristigen Beziehungen und dem gemeinsamen Anspruch, hochwertige Bio-Qualität mit verantwortungsvollem Anbau zu verbinden.
Im Januar 2025 waren wir persönlich in Ghana, um uns ein eigenes Bild vom Ursprung unserer Bio-Kolanüsse zu machen. Vor Ort konnten wir die Anbaubedingungen kennenlernen und den direkten Austausch mit den Produzenten pflegen. Dieser Besuch hat unsere Entscheidung bestärkt und die partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter vertieft.
Mit diesem Schritt setzen wir konsequent auf Qualität, Nachhaltigkeit und eine enge Verbindung zu den Menschen, die unsere Rohstoffe anbauen.
Die Bio-Kolanuss aus dem brasilianischen Regenwald - 2024
Unsere Bio-Kolanüsse bezogen wir früher von einem bio-zertifizierten Kleinbauern in Brasilien. Er baute die Kolanüsse auf seiner eigenen Farm an, sammelte, schälte und trocknete sie selbst. Er war Teil einer Kooperative von Kleinerzeugern im Bundesstaat Bahia im Nordosten Brasiliens. Diese setzte sich für eine agrarforstliche Nutzung in Verbindung mit der Erhaltung des Regenwaldes an der Atlantikküste ein.
Der tropische Regenwald an der brasilianischen Atlantikküste galt als einer der artenreichsten Wälder der Welt mit rund 200.000 verschiedenen – teils beeindruckend großen – Baumarten. Entlang der Gebirgskette, die sich an der Küste Brasiliens erstreckt, bedeckte dieser Wald ursprünglich etwa 350.000 km². Heute sind nur noch rund fünf Prozent dieses Regenwaldes erhalten, vor allem in Nationalparks und Schutzgebieten.
Inzwischen beziehen wir unsere Bio-Kolanüsse aus einer anderen Quelle.
Lieferschwierigkeiten und hohe Qualitätsansprüche bei Kolanuss - 2022
Nach nennenswerten Lieferschwierigkeiten und Ausfällen durch Corona
haben wir neue Lieferungen aus Togo und Ghana erhalten, untersucht und
vermahlen lassen. Aber die Qualität reichte bei der Ware aus Togo nur
für konventionelle Verwendung und die Kooperative in Ghana war noch
nicht Bio-zertifiziert. Weitere neue Quellen für Bio-Kolanuss haben wir
mittlerweile erschlossen. Derzeit arbeiten wir daran eine gute Qualität
gewährleisten zu können und stabile Lieferketten zu etablieren. Ziel
sind langfristige Partnerschaften mit den Erzeugerkooperativen. Das
gewährt den Bauern ein sicheres und stabiles Einkommen und dem Kunden
bestmögliche Qualität und Frische.
Die erste Bio-Kolanuss für Europa - 2021
Bislang war die Kolanuss auf dem Weltmarkt nicht in Bio-Qualität verfügbar. Da sie aber die Hauptzutat unserer koffeinhaltigen Kakaoprodukte ist, sind wir seit Jahren bemüht die Bio-Kolasamen zu beziehen, um Euch 100% Bio-Produkte anbieten zu können.
Nach allerlei Recherche und langer Suche haben wir 2020 eine Bio-Kooperative in Togo gefunden. Da deren Bauern traditionell in Mischkulturen anbauen, sind dort neben Cashew auch Shea, Kakao und Kaffee im Bestand. Über all dem ragen vereinzelt die schattenspendenden Kolanussbäume auf, deren Früchte bislang nur für den lokalen Markt von Bedeutung waren.
Die ersten Ernten für uns sind erfolgt und mannigfaltige Hürden in der Handhabung des Rohstoffs, des Exports und der Bürokratie haben den zeitlichen und finanziellen Rahmen immer wieder gesprengt. Die Zusammenarbeit über Kultur- und Kontinentgrenzen hinweg ist spannend und bleibt eine Herausforderung.
Unser persönlicher Anspruch ist es, die Wertschöpfung so weit wie möglich in den Anbauländern zu belassen. Dies ist Voraussetzung, um den Menschen und ihren Familien vor Ort ein gutes, gesundes und selbstbestimmtes Leben und Arbeiten mit anständigen Löhnen zu ermöglichen. Das bedeutet für uns nicht nur, den Rohstoff Kolanuss zu beziehen, sondern auch weitestgehend die Verarbeitungsprozesse nicht zu verändern.
das Aus für die konventionelle Kolanuss - 2020
Die bisher in Europa verfügbare, konventionell angebaute, Kolanuss ist, unter anderem aus logistischen Gründen, vorab wie im nachfolgenden Absatz behandelt und danach erst getrocknet worden. In der EU wurde die Zulassung von Chlorpyrifos als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln im Januar 2020 nicht verlängert. Die deutschen Behörden bereiten gegenwärtig im Auftrag der EU eine Nominierung von Chlorpyrifos zur Aufnahme in die Liste der verbotenen Substanzen nach dem Stockholmer Übereinkommen vor. Das ist der Grund warum seit 2020 nur noch Restbestände von konventioneller Kolanuss auf dem europäischen Markt verfügbar sind.
Gänzlich unabhängig davon und anfänglich sogar in Unwissenheit um die neue Gesetzeslage, haben wir mit unserer Bio-Kooperative in Togo einen Weg gefunden Bio-Kolanuss in Europa zur Verfügung zu stellen. Somit waren wir in der unerwarteten Position die ersten bio-zertifizierten Kolanüsse auf dem europäischem Markt anbieten zu können.